Forward Darlehen

Bei einer Baufinanzierung geben die Zinsen den Ton an. Sie sind der größte Kostenfaktor und bergen dementsprechend auch das größte Sparpotenzial. Bauherren kann also nur geraten werden, günstige Konditionen abzupassen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Denn die Entwicklung des Zinsniveaus richtet sich nach den Launen der Finanzmärkte und ist daher nur schwer vorhersagbar. Hat man jedoch das Gefühl, die Talsohle ist erreicht, lassen sich die aktuellen Rahmenbedingungen für eine Immobilienfinanzierung schon heute für ein künftiges Vorhaben mit einem Forwarddarlehen festschreiben. Diese Lösung gilt als optimal, sollte das Kapital erst mittel- oder langfristig benötigt werden. In Anspruch genommen werden kann das Zinsversprechen für maximal fünf Jahre.

 

Frühe Planungssicherheit dank Zinsgarantie

Die Idee dahinter ist schlichtweg, schon früh einen Kredit zu vereinbaren, der erst zu einem später Zeitpunkt abgerufen wird, um auch in ein paar Jahren noch in den Genuss der aktuell günstigen Bauzinsen zu kommen. Diese Variante wird vor allem bei Anschlussfinanzierungen empfohlen. Denn hier steht der Termin, zu dem der neue Kredit benötigt wird, von Anfang an fest und kann früh geplant werden.

 

Bis zu 60 Monate Vorlauf

Die Vorlaufzeit zwischen Abschluss und Auszahlung des Darlehens kann dabei frei gewählt werden. Nach oben hin ist bei 60 Monaten Schluss. Für einen noch längeren Zeitraum würde ein Forward Darlehen auch keinen Sinn machen. Denn mit jedem Monat steigen die Kosten. Sie würden die eigentlich angestrebte Ersparnis minimieren oder im ungünstigsten Fall sogar pulverisieren. Die Planungssicherheit schlägt je Monat Vorlaufzeit mit einem festen Zinsaufschlag zu Buche. Diesbezüglich reicht die Spanne von 0,015 bis 0,045 Prozent pro Monat (Daten vom November 2010), was bei einem Forwarddarlehen mit einem Vorlauf von 36 Monaten bis zu 1,62 Prozent ausmachen würde. Der Zinsaufschlag muss daher auf jeden Fall in die Finanzplanung einfließen, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben.

 

Niedrigzinsphasen nutzen

Forward Darlehen sind hauptsächlich in Niedrigzinsphasen gefragt, zumal die Erfahrung der vergangenen Jahre gezeigt hat, dass Bauzinsen sich in Wellen bewegen und irgendwann auch wieder steigen. Den perfekten Zeitpunkt für ein Forward Darlehen auszumachen, ist jedoch kaum möglich. Um ein Optimum zu erzielen, sollte man sich längere Zeit mit der Zinsentwicklung befassen und auf die Prognosen von Bausparkassen und Analysten hören. Ein Indiz dafür, welche Richtung die Zinsen einschlagen, ist übrigens der Zinsaufschlag: Steigt die Gebühr, steigen in aller Regel auch die Zinsen.

 

Läuft alles rund und ziehen die Zinsen nach Abschluss des Forward Darlehens an, haben Bauherren alles richtig gemacht. Anderenfalls – wenn die Zinsen sich weiter nach unten bewegen – erweist sich das Darlehen mit Vorlaufzeit als zu teuer. Neben einer intensiven Planung bedarf es also auch ein wenig Glück.

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